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Service-Tipps

Licht-Check: Wer blendet, gefährdet andere

Mehr als jedes vierte geprüfte Auto hatte 2025 Mängel an der Beleuchtung. Dabei sind nicht nur ausgefallene Leuchtmittel ein Problem, sondern auch falsch eingestellte Scheinwerfer. Und die können gewaltig blenden. Wir sagen euch, was ihr tun könnt, um nicht als Blender dazustehen.

Volvo bremst nachts automatisch vor einem Elch mit rot leuchtender Warnmarkierung auf der Straße.

Das Wildtier-Erkennungssystem von Volvo warnt bei Nacht vor einem Elch auf der Straße, um Kollisionen rechtzeitig zu verhindern. Bild: Volvo

Eine dunkle Landstraße, eine Kuppe, ein entgegenkommendes Auto: Für einen Moment raubt der Lichtkegel des Gegenüber den Blick auf alles andere. Gegenverkehr blendet uns: Nach einer ADAC-Umfrage von Ende 2023 empfinden zwei von drei Autofahrenden in Deutschland Blendeffekte durch im Straßenverkehr als störend oder sogar unerträglich.

Warum falsch eingestellte Scheinwerfer ein Problem sind
Beim Licht-Sicht-Test 2025 hatten nach Angaben des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) 27,8 Prozent der geprüften Pkw Mängel an der Beleuchtung. Bei 9,5 Prozent waren die Scheinwerfer zu hoch, bei 8,5 Prozent zu niedrig eingestellt. Ist der Scheinwerfer zu hoch eingestellt, dann blendet er den Gegenverkehr. Bei zu tief justierten Scheinwerfern wird die Fahrbahn nicht weit genug ausgeleuchtet. Fahrradfahrer, Fußgängerinnen oder langsame Autos seht ihr dann viel später. 

Was tun gegen Blendeffekte am Steuer?
Deshalb gehört die Beleuchtung eures Fahrzeugs regelmäßig auf den Prüfstand. Wechselt ihr eine Lampe, was heutzutage eigentlich nur bei Halogen-Scheinwerfern ohne viel technisches Know-how möglich ist, dann solltet ihr die Scheinwerfereinstellung anschließend in der Werkstatt prüfen lassen. 

Auch die Beladung eures Fahrzeugs verändert die Lage des Lichtkegels. Hat euer Auto keine automatische Leuchtweitenregulierung, dann solltet ihr Leuchtweite über den entsprechenden Schalter im Cockpit selbst nach unten zu korrigieren. Ob die Scheinwerfer an eurem Fahrzeug korrekt eingestellt sind, das findet ihr auch beim Licht-Sicht-Test heraus, der in diesem Jahr sein 70-jähriges Bestehen feiert: Immer im Oktober prüfen teilnehmende Kfz-Meisterbetriebe neun Beleuchtungspunkte am Pkw auf Funktion und Einstellung, darunter Fern- und Abblendlicht sowie Brems- und Schlussleuchten. 

Saubere Scheiben – weniger Lichtbrechungen
Gute Sicht beginnt vor der eigenen Nase. Wer sich laufend vom Gegenverkehr geblendet fühl, bei dem liegt die Ursache häufig an einer schmutzigen Windschutzscheibe. Schlieren oder einen Belag auf der Scheibe lässt das Licht zu sehr streuen und diese Streueffekte irritieren das Auge. Deshalb ist es ratsam, die Frontscheibe stets sauber zu halten – auch von innen.   

Bei Lampentausch auf Qualität und Zulassung achten
Auch wenn ein Lampenwechsel ansteht gilt es einiges zu beachten und nicht als Blender aufzufallen: Wichtig ist, dass die Lampen, die ihr tauscht, zum Gesamtsystem passen. Bei Halogen-Leuchtmitteln ist das noch relativ einfach. Hier solltet ihr darauf achten, dass ihr die Leuchtmittel von einem namhaften Hersteller stammen und dass ihr sie auf beiden Seiten des Fahrzeuges tauscht. Bei der Aufrüstung auf LED muss das Leuchtmittel mit dem Gesamtsystem harmonisieren. Ist das nicht gegeben, dann ändert sich die Lichtverteilung grundlegend. Der Leuchtpunkt sitzt dann an einer anderen Stelle. Das Licht streut stärker, die Hell-Dunkel-Grenze zerfranst. Der Gegenverkehr wird geblendet.

Namhafte Hersteller haben LED-Nachrüstlampen zusammen mit Prüfstellen vermessen und beim Kraftfahrtbundesamt genehmigen lassen. Allerdings nicht pauschal, sondern jeweils für konkrete Kombinationen aus Lampe, Scheinwerfer, Typ und Fahrzeugmodell. Diese Kompatibilitätslisten stehen bei den Herstellern online und werden laufend erweitert. Wenn das eigene Fahrzeug auf diesen Listen aufgeführt ist, dann ist eine Nachrüstung möglich.

LED können heller – aber auch greller
Wer jetzt meint, mit meiner modernen LED-Beleuchtung blende ich den Gegenverkehr nicht mehr, der sei zur Vorsicht gemahnt. Zwar die Leuchtdioden-Technologie eine höhere Lichtausbeute und eine längere Lebensdauer als Halogenlampen, aber auch die beste Lichttechnik nützt nur eingeschränkt, wenn die Scheinwerfer falsch eingestellt sind. Und das ist laut ADAC sogar bei vielen Neufahrzeugen häufig der Fall. Auch moderne Matrix-LED-Scheinwerfer können blenden. Zwar soll bei die dem System ein Kamerasystem den Gegenverkehr erkennen und die einzelne Segmente der LED-Matrix abdunkeln. In der Realität funktioniert das aber nicht immer verlässlich, etwa bei Regen und Gischt oder das Anpassen des Lichtkegels erfolgt mit etwas Zeitverzögerung. Da kann manuelles Abblenden schon mal angebracht sein. 

Hier noch einmal zusammengefasst die wichtigsten Tipps gegen Blendeffekte am Steuer: 

•    Reinigt eure Scheinwerfer und Frontscheibe regelmäßig – wichtig: die Frontscheibe auch von innen sauber halten, denn Streulicht wegen schmutziger Scheiben ist störend und gefährlich – da kann der Gegenverkehr noch so korrekte Scheinwerfer haben. 
•    Beim eigenständigen Lampenwechsel: Achtet auf Qualitätsprodukte, tauscht immer die Leuchtmittel auf beiden Fahrzeugseiten und lasst die Scheinwerfer anschließend in der Werkstatt einstellen. 
•    Passt die Leuchtweite an die Beladung an, wenn das Auto es nicht selbst tut.
•    Lasst nach einem Lampenwechsel die Einstellung prüfen.
•    Und grundsätzlich: Immer vorausschauend fahren und bereit sein für manuelles Abblenden. Das gilt vor allem in der dunklen Jahreszeit ganz besonders.