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Service-Tipps

Klima vs. Reichweite: Der Mythos beim E-Auto

Wer bei Sommerhitze im Elektroauto schwitzt, spart Strom für zusätzliche Kilometern – so lautet ein hartnäckiger Mythos. Doch stimmt das überhaupt oder quält ihr euch völlig umsonst bei glühenden Temperaturen? Wir lösen auf, wie viel Energie das Kühlen wirklich schluckt und mit welchen einfachen Kniffen ihr entspannt und effizient ans Ziel kommt.

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Die Klimaanlage beeinträchtigt die Reichweite nur in geringem Maße. Bild: Kia

Die Hitzewelle rollt über das Land, das Thermometer klettert über die 30-Grad-Marke und die Asphaltdecke glüht. Inmitten dieser sommerlichen Kulisse rollen immer mehr Stromer über unsere Straßen. Doch während Verbrenner die Abwärme des Motors im Winter nutzen und im Sommer die Klimaanlage über den Keilriemen mitläuft, schauen E-Autofahrer bei großer Hitze oft besorgt auf die verbleibende Restreichweite. Aus Angst vor dem liegengebliebenen Fahrzeug schalten viele Fahrer das Gebläse rigoros ab. Doch diese Sorge erweist sich bei genauerem Hinsehen als unbegründet, denn moderne Kühltechnik arbeitet überraschend effizient.

Kühles Köpfchen, kaum Verlust
Pauschale Zahlen gibt es in der Autowelt selten, denn viele Variablen beeinflussen den Durst des Kompressors. Die Außentemperatur, die gewünschte Innenraumtemperatur, die Fensterfläche eures Wagens sowie der technische Zustand des Kühlsystems spielen eine entscheidende Rolle. Dennoch zeigen Messungen klare Richtwerte. Bei milden 25 Grad draußen und angenehmen 20 Grad im Innenraum genehmigt sich die Kühlung lediglich 0,5 bis 1 Kilowattstunde Strom auf 100 Kilometern. Selbst wenn das Thermometer die 30-Grad-Marke knackt, steigt der Zusatzverbrauch meist nur auf etwa 1 bis 2 Kilowattstunden an. Ein realer Test mit einem Hyundai Ioniq 5 verdeutlicht das Ergebnis eindrucksvoll. Bei moderatem Kühlbedarf verliert das Fahrzeug gerade einmal drei Kilometer Reichweite pro 100 Kilometer. Brennt die Sonne unbarmherzig vom Himmel, schrumpft der Aktionsradius um etwa elf Kilometer. Von der vollen Akkuladung bleibt also fast alles erhalten, während ihr entspannt und konzentriert bleibt.

Windhauch oder Stromfresser?
Wer das Maximum aus eurer Akkuladung herausholen möchte, setzt auf das richtige Timing. Steigt ihr in das aufgeheizte Auto ein, öffnet ihr auf den ersten Metern im Stadtverkehr die Fenster. Der Fahrtwind drückt die gestaute Hitze schnell aus dem Innenraum, ohne dass der erhöhte Luftwiderstand bei niedrigen Geschwindigkeiten ins Gewicht fällt. Sobald ihr jedoch auf die Landstraße oder die Autobahn beschleunigt, dreht sich das Spiel komplett. Ab Tempo 70 bremsen geöffnete Seitenscheiben oder ein offenes Schiebedach die Karosserie so stark ab, dass der Luftwiderstand den Energieverbrauch massiv nach oben treibt. Auf schnellen Etappen arbeitet die geschlossene Klimaanlage um ein Vielfaches effizienter als der Fahrtwind durch offene Fenster.